Foto: Boris Schmidt
Mit Neujahrskarten Kindern helfen

Mit ihren Neujahrskarten engagiert sich Inge Heyen für soziale Projekte. In diesem Jahr ist es das Friedensdorf.

Weihnachtskarten und Neujahrsgrüße verschicken viele Menschen, vor allem, wenn sie ihren Geschäftspartnern am Jahresende gute Wünsche zukommen lassen wollen, dachte sich die Grafik-Designerin Inge Heyen, und warum soll man mit diesen Karten nicht noch ein gutes Werk tun? Im ersten Jahr kamen mit diesen Karten 400 Euro zusammen, in diesem Jahr werden es bereits 1300 Euro sein, die Inge Heyen für den guten Zweck spenden kann. Der ist in diesem Jahr das Friedensdorf International in Oberhausen. Über diese Einrichtung, die verletzte und kranke Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten nach Deutschland holt, um sie zu behandeln und dann wieder zu ihren Familien zu schicken, erfahren die Adressaten der Neujahrskarten einiges, dazu kommen Fotos aus der Ausstellung "Am Rande der Schöpfung", mit der der Solinger Fotojournalist Uli Preuss seit fast zehn Jahren die Arbeit des Friedensdorfes dokumentiert.

20 Partner hat Inge Heyen in diesem Jahr für ihr Neujahrskartenprojekt gewinnen können. Das bedeutet, 20 Solinger kaufen eine größere Menge der Karten und erscheinen dafür in der Liste der Absender. So konnte Inge Heyen alle gedruckten 1200 Karten an den Mann bringen und darüber hinaus weitere Spenden sammeln.

"So können wir den Transport von zwei Kindern nach Deutschland finanzieren", freut sich Inge Heyen über den diesjährigen Erfolg. Im vergangenen Jahr wurde den Geschäftspartnern und Freunden der Grafik-Designerin ein Mädchen-Projekt in Nepal nahegebracht. Hier wird Mädchen geholfen, die als Leibeigene an reiche Familien verkauft wurden und befreit werden konnten. "Dieses Projekt geht über Plan International", erklärt Inge Heyen, die für jede Karte 1,50 Euro berechnet und einen Euro davon an die Hilfsorganisationen weitergibt.

Zum ersten Mal hat Inge Heyen ihre Neujahrskarten-Idee vor vier Jahren verwirklicht, damals noch ganz allein, wie sie erzählt. Den Erlös hat sie dem WWF zukommen lassen für den Regenwald in Madagaskar. Bei Reisen zu dem vor der südafrikanischen Küste gelegenen Inselstaat hat sie die Veränderungen in der Natur festgestellt und sich entschlossen, etwas für den Regenwald zu tun. Später teilte Inge Heyen ihre Idee mit anderen, so konnte von Jahr zu Jahr mehr Geld aus der Neujahrskartenaktion gespendet werden.

Natürlich wird es auch im kommenden Jahr wieder eine Neujahrskarte aus dem Hause Heyen geben. Für wen dann gespendet wird, möchte die Designerin noch nicht verraten. "Ich finde es schön, wenn meine Freunde und Kunden jedes Jahr mit einem anderen Projekt überrascht werden", sagt Inge Heyen, aus deren Feder schon Sprach-Bilderbücher für den Klett-Verlag und Lern-Bettwäsche mit englischen Vokabeln zum "Lernen wie im Schlaf" entstanden ist.

Rheinische Post, 14. Dezember 2012, von Annemarie Kister-Preuss