Von Spürhunden und Touristenfallen

Wodan ist ein belgischer Schäferhund und hat ein gutes Näschen für Rauschgift, auch wenn es im Gepäck oder in Autos versteckt ist. Plötzlich schlägt er an einem schwarzen Koffer an und versucht, ihn mit seinen kräftigen Pfoten zu zerstören. Dann interessiert er sich für die vordere linke Radkappe eines Autos, auch dort wird er fündig und prompt dafür belohnt. Die "Supernase" vom Zollbezirk Düsseldorf sorgte für eine der Attraktionen beim Aktionstag "Geistiges Eigentum", der gestern rund um das Museum Plagiarius im Südpark stattfand. Wodan ist ein aktiver Spürhund, sein "Fahndungskollege" Ural, ein deutscher Schäferhund, ist passiv ausgebildet: "Er reagiert nicht, wenn er etwas findet, die Person wird von ihm nur anvisiert", erklärt Zollbeamter Martin Heck. Er ist am Düsseldorfer Flughafen in der Gangway eingesetzt und darf verdächtige Fluggäste natürlich nicht gleich anspringen. Weitere Hunde seien speziell auf Tabak, Sprengstoff oder Tierpräparate abgerichtet, erklärt Michael Walk vom Zoll, leider würden immer mehr unter Naturschutz stehende Tiere erlegt und zu Trophäen weiterverarbeitet. Und zeigt selbige eines Kaimans sowie die Skulptur eines aus Elfenbein gefertigten Nilpferds. Auch eine "Touristenfalle" par exellence hat er in seinem Repertoire: "Einen Goldring, in dessen Zwischenräumen sich Elefantenhaar befindet.

Die schon sehr kräftige Frühlingssonne brannte, Bratwürste brutzelten auf den Grills, die aufgestellten Gartenzelte rundeten das vorsommerliche Ambiente im Südparkt ab. Der Eintritt ins Museum war frei, auch die Künstlerateliers waren geöffnet: Im "Gleis 3" standen Vorträge zu "Fallstricken und Risiken" bei Online-Kaufgeschäften auf dem Programm, im Atelier von Peter Amann stellte Grafikerin Inge Heyen das von ihr kunstvoll verfremdete Logo des Glenfiddich vor: "Glenmichel" heißt der bekannte schottische Malz-Whiskey jetzt, mit dem sie einem Freund eine Freude machte.

Elmar Horlitz hat die "Elster", ein Gemälde von Claude Monet, originalgetreu nachgeahmt. Um sich in verschiedenen Maltechniken zu üben, keinesfalls natürlich um mit einer Fälschung Geld zu verdienen. "Das ist professionell, ein Laie erkennt den Unterschied nicht", weiß Heyen. Museumsdirektorin Christine Lacroix möchte mit dem Aktionstag in puncto Plagiate "wachrütteln und sensibilisieren", denn nicht jedes Plagiat ist so leicht zu erkennen, wie der Hase mit dem Tigerfell - das Logo des Aktionstages.

Rheinische Post, 26. April 2010